Frustration
Februar 13, 2008 von Rabenschwinge
Die letzten beiden Wochen waren ein einziger Lernmaraton. 576 Seiten Skript zur „Petrologie der Magmatite“ waren durchzuarbeiten. Und darin waren mindestens 100 Diagramme, Schemata und ähnliches enthalten. Die natürlich durchzuarbeiten und zu können waren. Hört sich schlimm an, war tatsächlich aber jenseits von Gut und Böse. Ein so schlechtes Skript hatte ich noch nie, Stichpunkte, kaum Erklärungen. Ständiges Sprachmischmasch aus Englisch und Deutsch. Teilweise extremst detailliert und teilweise auch recht oberflächlich. Aber insgesamt vom Unfang her einfach kaum zu bewältigen. Wäre das zumindest interessant gewesen, hätte man sich noch motivieren können richtig zu lernen. Aber nein, die zwei Wochen intensive Lernerei waren einfach nur eine Qual.
Heute früh war dann die Klausur. War ziemlich optimistisch gewesen als ich hinkam, dieses Gefühl verflog aber ziemlich schnell beim drüberlesen über die Aufgaben. Extremste Detailfragen auf einem einzigsten Gebiet, anderseits so gut wie keine Grundlagenfragen. Allein drei Fragen zu einer einzigen Seite im Skript, die 1/3 der Gesamtpunktzahl der Klausur ausmachten. Extremst detailliert. Und diese eine Seite war extrem abgehobenes Detailwissen. Aber egal. Alles lernen umsonst. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich bestanden habe ist gering.
Ich kann gar nicht in Worte fassen wie mich das nervt, wie mich das runterzieht. Der ganze Tag verdorben sowie die ganze restliche Woche. Meine letzte reguläre Klausur. Sollte ich nicht bestehen verzögert sich alles.
Dieses Fach alleine lässt mich zweifeln, ob ich das richtige studiere. Und das schlimme ist ja, dass das eigentlich null mit dem zu tun hat, wieso ich überhaupt angefangen habe zu studieren bzw. mit dem was ich später machen will. Das Fach alleine ist Grund genug aufzuhören zu studieren. Ich finde es so unglaublich uninteressant, dass ich mich auch kaum mit beschäftigen kann,. Ich habe da eine Blockade im Kopf. Wenn es zuviel wird, dann Schalte ich ab und kann nichts mehr aufnehmen. Lernen ist da wirklich schwer. Trotzdem habe ich es geschafft mich dazu zu zwingen. Aber eben leider ohne Erfolg, dank einer ziemlich unfairen Klausur.
Aber das wirklich schlimme daran ist ja, dass dieses Fach erst seit einem Jahr Pflicht ist. Denn dank der Vetternwirtschaft des Institutsleiters wurden sämtliche Wirbeltierpaläontologen, historischen Geologen und fast alle allgemein Geologen auf wirklichst unschöne Art und Weise vor die Tür gesetzt. Dafür kamen dann Petrologen und Geochemiker. Und plötzlich gab es eine neue Studienordnung und die Petrologie in diesem extremst detaillierten Umfang wurde Pflicht, zwei Vorlesungen die in der alten Studienordnung nur bei Spezialisierung auf Petrologie zu besuchen waren. Theoretisch ist es zwar noch möglich nach der alten Studienordnung zu studieren, praktisch aber nicht, weil die meisten Vorlesungen eben nicht mehr angeboten werden, da die Leute ja nicht mehr da sind. Ganz toll.
Und ich stehe dumm da. Ich könnte kotzen…
Na zumindest habe ich heute eine alte Kommilitonin wiedergetroffen, die ich über ein Jahr nicht mehr gesehen hatte und morgen ihre Diplomarbeit über „Populationsstrukturen von Schlingnattern“ abgibt. Dachte ich würde sie nie wieder sehen, weil ich auch keine Kontaktdaten von ihr hatte. Das hat sich nun aber zum Glück geändert. ![]()
Leider ändert das aber nichts an der Klausur…