Ein Gefühl das mich häufig begleitet, ist die Wehmut. Häufig erinnere ich mich an Dinge, die mir einst wichtig waren, ich dann aber verlor.
Eins dieser Dinge sind meine Haare, über die ich jetzt schreiben werde. Vor nicht allzu langer Zeit war meine Welt noch in Ordnung, denn ich hatte noch die meisten meiner Haare. Meine Haare waren lang, leicht lockig und außerdem sehr schön. Im glatten Zustand reichten sie mir problemlos bis zum Nabel. Oft waren sie Gegenstand des Neids oder der Bewunderung, besonders seitens der Frauen. Und zumindest waren sie eine der wenigen Konstanten in meinem Leben. Immer waren sie da, immer wuchsen sie noch. Sie machten mich glücklich und stolz. Und dann vor nicht einmal zwei Monaten, ein Besuch beim Friseur. Denn die Spitzen waren doch schon ziemlich kaputt. Nach langem hin und her war man sich einig. Sie sollten etwa auf Brustlänge geschnitten werden. Aber leider hatte ich die Rechnung ohne die blöde Friseuse gemacht. Ein paar Schnitte und plötzlich wurde mir das Grauen bewusst. Nicht auf die geeinigte Länge wurde abgeschnitten, nein plötzlich baumelten einige Strähnen in der Luft über der Schulter. In den ersten Sekunden Unfähigkeit das Gesehene zu realisieren. Die Haare, die mich lange begleitet hatten, plötzlich nicht mehr da. Und dann Gefühle des Verlustes, die in jede Faser meines Körpers drangen. Panik. Das waren sicherlich 20-25 cm zuviel. 25 cm. Mindestens 2 Jahre Wachstum. Und wie lange erst wird es dauern, bis sie wieder den Nabel erreichen werden? 3 oder 4 Jahre oder vielleicht sogar nie wieder? In wenigen Augenblicken wurde soviel Zeit, Geduld und Pflege zerstört. Und dann nach vollendetem Werk, die Friseuse: „Das sieht doch schön aus. Und ist sogar sehr modisch, so etwas über Schulterlänge.“ Ich versuchte dem Drang zu wiederstehen ihren Hals umzudrehen, erfolgreich leider. Modisch sein, geht mir mal ganz ab. Leute die einem vorgesetzten Ideal hinterherlaufen. Grauenhaft.
Woher nimmt sich die Frau das recht heraus, meine Wünschen so dermaßen nicht zu respektieren? Respekt ist etwas das häufig fehlt. Und das schlimmste war. Ich konnte mich dagegen auch nicht wehren. Ab ist unwiederbringlich ab. Mich wird diese Frau nie wieder sehen. Nie wieder.
Inzwischen habe ich mich damit abgefunden, trotzdem verspüre ich Gefühle des unendlichen Neides, jedes Mal wenn ich jemanden mit längeren und schönen Haaren sehe.
Aber die Haare wachsen wieder. Langsam aber sicher. Und ich muss sie auch nicht mehr täglich mindestens 20 Minuten lang kämmen, um dann wenig später, wieder von vorn anfangen zu können. Aber ganz ehrlich, das war es wirklich Wert gewesen…….
bis zum nabel? boa! ich beneide dich im nachhinein dafür! aber auf nette art. nicht so wie die friseuse. die hat als einzige frau dann endlich den neid mal praktiziert…und dir einfach die matte abgesäbelt, stellvertretend für alle frauen die je neidisch auf dein haar waren.
nee echt, ich bin auch mal an so eine geraten. ich hatte das perfekte ausgangsmaterial für einen guten schnitt, oder für ein minimum an schnitt, denn viel cut will ich nie. und was war? es war das grauen hinterher. und meine tochter, die noch viel längeres haar als ich hatte ist auch mal bei ihr gewesen….ebenfalls das frauen. was die unter 2 cm cerstand war unglaublich.
selbst sah sie zwar sehr schnucklig aus, hatte aber sehr angefressenes blondiertes und weißichnichwas haar.
ja, hüte dich vor den frisösen…*gg
Feindbild: Frisöse
Ich habe übrigens neulich gehört, dass wenn die Friseure zu viel schneiden, sie verpflichtet sind ne Haarverlängerung durchzuführen. Keine Ahnung ob das wirklich so ist. Das wäre aber die ultimative Rache *g*
hm…ich weiß nicht, ich glaube kaum, dass man sich damit einen gefallen tut…mit kunsthaar rumzurennen. dann lieber ganz normal wieder wachsen lassen…und so selten wie möglich frisösen aufsuchen…;-)
War auch eher so gemeint, dass das ne fiese Arbeit für den Friseur ist. Jedes Haar einzeln ankleben ist glaube ich nicht sehr amüsant. Kunsthaare hätte ich auch nicht gerne.