Als ich gerade in Wikipedia stöberte und den Artikel zum Höhlenbären (Ursus spelaeus) las, sah ich Wikipedias Schwäche ganz deutlich. Es ist keine gesicherte Informationsquelle. Jeder kann Artikel schreiben und verändern. Deshalb kommt es unweigerlich zu Fehlern und Falschinformationen.
In wissenschaftlichen Arbeiten ersetzt Wikipedia NICHT Fachliteratur, die im Gegensatz dazu kritisch überprüft wurde. Und genau aus diesem Grunde sollte in wissenschaftlichen Arbeiten Wikipedia nicht zitiert werden und auch nicht als Arbeitsgrundlage dienen.
Der Höhlenbärenartikel in Wikipedia enthält Falschinformationen bzw. veraltete Informatonen:
Der Höhlenbär hatte kräftige Kiefer, ernährte sich als Allesfresser vermutlich jedoch hauptsächlich von Pflanzen, worauf seine großflächigen Zähne hinweisen.
Tatsächlich hat sich der Höhlenbär im Laufe der Evolution an eine rein pflanzliche Ernährung angepasst. Dies ist mit der Hauptgrund, wieso diese Tiere den Winter in Höhlen überwintern mussten, da sie die Fähigkeit verloren hatten, den Winter mit der Jagd nach Fleisch zu überbrücken.
Dies wird in mehreren abgeleiteten Merkmalen stark angedeutet:
1. Die Molaren(Backenzähne), Incisivi sowie der(die beiden) Prämolar(en) weisen zusätzliche Höcker auf, Schneidekanten sind zurückgebildet. Gleiches ist beim Großen Panda(Ailuropoda melanoleuca) zu beobachten, der reiner Pflanzenfresser ist. Deshalb ist dies als Anpassung an eine rein pflanzliche Ernährungsweise zu deuten.
2. Vergrößerte Zahnflächen dienen dem Zermahlen von Pflanzen. Dies verbessert die Kauleistung und macht nur bei Pflanzenfressern Sinn, um Pflanzenkost besser zu verwerten und daraus mehr „Energie“ zu gewinnen.
3. Verkleinerung der Canini(Eckzähne).
4. Die Reduzierung der vorderen drei Prämolaren(einige primitivere Formen weisen noch die letzten beiden Prämolaren auf). Für einen Pflanzen fressenden Bären sind diese drei vorderen einspitzigen Zähne wertlos. Sowie die Molarisierung des 4 Prämolaren. Das heißt dieser Zahn wurde den echten Backenzähen angeglichen, indem die Kaufläche verlängert und zusätzliche Höcker und Schneidekanten eingebaut wurden aus bereits in Punkt 2 genannten Grund .
5. Die Tiere besaßen eine kräftige Kaumuskulatur was an der ausgeprägte Crista sagittalis (Scheitelkamm) zu sehen ist. Auf deutsch: vergrößerte Muskelansatzstellen. Kräftige Kaumuskulatur tritt bei Pflanzenfressern auf, da sie die Nahrung im Mund erstmals aufbereiten müssen.
Schädel eines Höhlenbären
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Da den Tieren aber die Hochkronigkeit der Molaren/Prämolaren fehlte, wie sie bei besser angepassten Pflanzenfressern vorkommt(bspw. bei Pferden), konnten sie nur weiche Pflanzen wie Kräuter fressen. Dass sie dies taten, ist durch Pollen im Höhlenlehm überliefert. Der starke Rückgang dieser Kräuter bedingt durch klimatischen Veränderungen war wohl vermutlich einer der wichtigsten Faktoren der zu ihrem Rückgang geführt hat.
Es ist anzumerken, dass es in der Natur so etwas wie reine Pflanzen- oder Fleischfresser nur selten gibt. In der Regel nehmen carnivore Tiere auch mal pflanzliche Kost zu sich und umgekehrt. Dies kann jeder beobachten der z.b. eine Hauskatze hat. Der Anteil ist aber so gering, dass nicht gerechtfertig werden kann von Allesfressern zu reden.
Und der Höhlenbär ist nun mal durch anatomische Merkmale gekennzeichnet, die als eine Spezialisierung auf pflanzliche Kost zu deuten sind.
Des weiter ist natürlich auch zu erwähnen, dass es auch gar nicht möglich ist 100%ige Aussagen zu treffen. Dies wäre nur möglich, wenn man die Tiere tatsächlich lebendig beobachten könnte.
Deshalb bitte vorsichtig sein mit Infos aus Wikipedia. Einer meiner ehemaligen Dozenten hat vor einer Hausarbeit bewusst Falschinformation in Wikipedia eingebaut, die er dann später in den meisten abgegeben Arbeiten wiederfand.
[...] sollen. Diese Ergebnisse werfen ein neues Licht auf den Höhlenbären(Ursus speleus). Ich hatte in diesem Artikel berichtet, dass der Höhlenbär ein reiner Pflanzenfresser war, was zu dem Zeitpunkt als ich den [...]